
Im Westlichen Weserbergland existieren auf städtischen Flächen, an Wegeparzellen oder am Waldrand eine Vielzahl von Streuobstbeständen deren Zustand nicht näher bekannt ist. Sie besitzen einzeln und in ihrer Gesamtheit eine hohe Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz und tragen in starkem Maße zur Erhaltung der Artenvielfalt des hiesigen Raumes bei. Daneben besitzen sie erhebliche landschaftsästhetische Qualitäten durch die Funktion der landschaftlichen Einbindung von Siedlungsrändern und visuellen Abschirmung von Gebäuden; dies kommt insbesondere in der Blütezeit zur Geltung.
Nach Abstimmung mit den Naturschutzbehörden der beteiligten Kommunen und Landkreise ist es das Ziel, die hohe ökologische Wertigkeit derartiger Beständezu sichern und ggfs. neue zu entwickeln. Es ist allerdings festzustellen, dass sich viele der vorhandenen Bestände weder im Sinne des Arten- und Biotopschutzes noch mit Blick auf ihre landschaftsästhetischen Qualitäten in einem optimalen Zustand befinden. Darüber hinaus gibt es zwar seitens der Kommunen einen ungefähren Überblick wo sich die Bestände befinden, jedoch nicht in welchem Zustand sie sind.
Mit dem LEADER-Projekt sollen folgende Ziele erreicht werden:
Die Auswahl der Flächen, Bestandsaufnahme und Erarbeitung der Entwicklungskonzepte wirddurch die
Ökologische NABU-Station Oberes Wesertal (ÖNSOW) durchgeführt.
Im ersten Schritt wurde gemeinsamt mit den beteiligten Unteren Naturschutzbehördensowie den Kommunen Hameln, Rinteln und Hessisch Oldendorf geeignete erhaltenswerte Obstbaumbestände (Obstwiesen und Obstbaumreihen bzw. -alleen) identifiziert. Dabei wurden unterschiedliche Bestandstypen (nach Alter, Zustand, Lage, Größe) ausgewählt, damit die Pflege- und Entwicklungskonzepteeine Übertragbarkeit auf zunächst nicht erfasste Bestände erhalten.
Als Auftakt des Projekts wurde gemeinsam mit den Obstbaum-Experten Aerzen eine Schulung über die Erfassung und Bewertung von Streuobstbäumen organisiert. An dieser nahmen neben dem Projektteam der ÖNSOW auch Vertreter der unteren Naturschutzbehörden, der Gemeinden in der LEADER-Region sowie der örtlichen NABU-Gruppen teil. Anschaulich und praxisnah vermittelte Jelmer Polman bei der zweitägigen Schulung, wie sich Vitalität und Stabilität von Obstbäumen bewerten lassen und welche Pflegemaßnahmen zielführend sein können.
© Lisa-Marie Hille, 2026