Jahresrückblick 2025

Von Magerrasen, Molchen und Fledermäusen - das ÖNSOW-Jahr 2025


Im vergangenen Jahr widmete sich die ÖNSOW schwerpunktmäßig der Entwicklung von Lebensräumen für Kammmolch und Zauneidechse, der Untersuchung wertvoller Vegetationsbestände und den Fledermäusen zwischen Kanstein und Ith. Es wurden Teiche entschlammt, besonnte Schutthalden geschaffen und die Magerrasen des NSG Kleyberg kartiert. Daneben engagierte sich das ÖNSOW-Team auch im Uhu-Monitoring, bei der Pflege von Offenlebensräumen und der Bekämpfung invasiver Arten. 

 

Neue Trägerschaft entlastet ehrenamtliche Vorstände

Die Ökologische NABU-Station Oberes Wesertal (ÖNSOW) wird seit Anfang des Jahres 2025 unter Trägerschaft des NABU Landesverband Niedersachsen geführt. Der ehrenamtliche Vorstand des Fördervereins ÖNSOW e.V. widmet sich nun der Entwicklung neuer Projektideen für die Station und der fachlichen Unterstützung des ÖNSOW-Teams.

 

 

Ein Herz für Amphibien: Monitoring und Habitatmaßnahmen im FFH-Gebiet Rinderweide

Die alte Teichanlage an der Rinderweide nahe Hessisch Oldendorf lag dieses Jahr im Fokus der Amphibienschutzbemühungen der ÖNSOW. Im Frühjahr wurde eine Erfassung des Kammmolchbestands umgesetzt, bei der innerhalb einer Fangnacht über 100 Kammmolche festgestellt werden konnten. Im Sommer tummelten sich auch die Larven unserer größten Molchart in den Teichen. Steile Ufer und eine Verlandung mit Schilf bedrohten die Qualität des Lebensraums. Darum wurden Ende des Jahres einige der Teiche entschlammt und die Ufer flacher modelliert. So werden sich die Kammmolche auch zukünftig in der alten Teichanlage wohl fühlen. Früher kam im FFH-Gebiet Rinderweide auch die stark gefährdete Geburtshelferkröte vor. Die ÖNSOW verfolgt das Ziel diese seltene Art im Bereich der alten Egesdorfer Mühle ab 2026 wieder anzusiedeln. Hierfür wurde im Winter ein attraktives Stillgewässer in tonigem Untergrund angelegt. In den nächsten Monaten folgt eine Trockenmauer mit Tages- und Winterquartieren, die der NABU Hameln – Hessisch Oldendorf – Aerzen anlegen wird. Wir freuen uns bereits darauf, an warmen Abenden wieder dem Ruf der auch „Glockenfrosch“ genannten Geburtshelferkröte an der Rinderweide lauschen zu können.

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Von Enzian und Orchideen: Biotoptypenkartierung im FFH-Gebiet Kleyberg

Der Kleyberg bei Vorwohle beherbergt blütenreiche Grünländer und Magerrasen auf kalkreichen Standorten und wird seit Langem durch den NABU Holzminden betreut. Nach einer Nutzungsumstellung auf Rinderbeweidung wurde der Zustand der Vegetation erfasst, um die zukünftige Entwicklung des Gebiets besser beurteilen zu können. Es konnte festgestellt werden, dass sich die FFH-Lebensraumtypen der Kalkhalbtrockenrasen und der Mähwiesen ausgebreitet und in ihrem Zustand verbessert haben. Auch wurden die Orchideen Bocks-Riemenzunge und Helm-Knabenkraut neu nachgewiesen. Im alten Steinbruch am Kleyberg konnte auch der Fransen-Enzian erneut festgestellt werden. Sowohl Enzian als auch Orchideen ziehen sich augenscheinlich in höherwüchsige Gras- und Saumstaudenfluren zurück. Zeitweise extreme Trockenheit und hohe Temperaturen auf den offenen Magerrasen können hierfür die Ursache sein. Aus den Ergebnissen wurden Hinweise für ein optimales Beweidungsmanagement entwickelt, um das Gebiet für Tagfalter und Heuschrecken attraktiver zu gestalten und die weitere Aufwertung der Pflanzenartenvielfalt zu fördern.

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Erfolge bei der Bekämpfung invasiver Pflanzenarten

Wie auch im Vorjahr hat die ÖNSOW erneut Riesen-Bärenklau an der Hamel und der Emmer und Drüsiges Springkraut im Quellsumpf am Heiligenberg bekämpfen lassen. Die Maßnahmen gegen den Riesen-Bärenklau zeigen deutliche Erfolge. 28 von 39 kartierten Vorkommen entlang der Hamel sind durch das Ausgraben im Frühjahr bereits erloschen und ein dichter Bestand konnte deutlich verkleinert werden. Der Zeitpunkt des Ausgrabens Anfang April hat sich als wichtiger Erfolgsfaktor für die Bekämpfung erwiesen. Auch das Drüsige Springkraut konnte aus dem größeren Umfeld des Windelschneckenhabitats im Quellsumpf am Heiligenberg zurückgedrängt werden, sodass im Folgejahr die Entwicklung vorerst beobachtet werden kann.

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Ein Paradies für die Zauneidechse: Schutzbemühungen im NSG Kalkofen

Bei Pflegearbeiten wurde dieses Jahr die Zauneidechse im NSG Kalkofen bei Rohrsen nachgewiesen. Die Entwicklung des Gebiets wird daher zukünftig auf die Bedürfnisse dieser Art abgestimmt. In einem ersten Schritt hat die ÖNSOW die Schutthalde der Steinbruchwand im NSG von Gehölzen freistellen lassen. Die Eidechsen finden nun wieder offene Plätze zum Sonnen sowie zahlreiche Verstecke. Im kommenden Jahr sollen zudem Winterquartiere und Eiablageplätze geschaffen werden.

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Endlich wieder Tiere auf dem Liethberg

Bunte Wiesen und artenreiche Magerrasen werden in unserer intensiv genutzten Landschaft immer seltener. Der Entwicklung dieses Lebensraums widmet sich die ÖNSOW seit 2024 auf dem Liethberg oberhalb des Herksbachs. Nachdem zunächst dichte Gebüsche gerodet und  anschließend Stockausschläge gemäht wurden, weidet seit diesem Jahr eine Herde Shropshire-Schafe und Ziegen auf dem steilen Hang. Landschaftspfleger Moritz Rahlfs aus Brullsen betreut die Tiere und zeigt sich zufrieden mit den Pflegeergebnissen. Unterstützt wird die Beweidung zudem durch den Realverband Groß Hilligsfeld als Flächeneigentümer und die Stadt Hameln. Das Projekt zeigt, dass Naturschutz Hand in Hand mit der Landwirtschaft oft die besten Erfolge erzielt.

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 Auf den Spuren der Fledermäuse zwischen Ith und Thüster Berg

Mit der Hoffnung auf den Nachweis der stark gefährdeten Bechsteinfledermaus hat die ÖNSOW dieses Jahr ein Kastenrevier im nördlichen Ith eingerichtet. In selbstreinigenden Fledermauskästen finden die nächtlichen Jäger nun viele neue Quartiere. Bis die Fledermäuse einziehen und erste Nachweise zu erwarten sind, wird es allerdings noch etwas dauern. Darüber hinaus wurde in einem aufwändigen Projekt in Kooperation mit der Ökologischen Station Mittleres Leinetal die Fledermausfauna in den Waldrandbereichen und der Offenlandschaft zwischen Ith und Thüster Berg untersucht. Bei vier nächtlichen Netzfängen konnten insgesamt sieben verschiedene Arten festgestellt werden, darunter z. B. die Breitflügelfledermaus und das Große Mausohr. 

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Ein großes Netzwerk führt zum Erfolg: Uhu-Monitoring Weserbergland

Dank der Unterstützung zahlreicher Meldungen vor allem aus dem Ehrenamt konnte das Uhu-Monitoring zwischen Bückebergen und Selter auch in diesem Jahr fortgeführt werden. Im Süntel, Ith und Kanstein wurde die Datensammlung zudem durch eigenes Monitoring der ÖNSOW ergänzt. Dabei kamen u. a. akustische Aufnahmegeräte zum Einsatz, die ein großes Potential für eine zeiteffiziente Erfassung der Uhu-Balz mitbringen. Insgesamt war es ein erfolgreiches Uhu-Jahr mit leicht überdurchschnittlichem Bruterfolg. Zum Ende des Jahres wurde im Rahmen einer Austauschveranstaltung die Vernetzung zwischen den Uhu-Betreuer:innen gefördert. Die ÖNSOW dankt allen Beteiligten für Engagement für unsere größte einheimische Eule!

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Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte und Kreuzkröte: Neue Aufgaben für die ÖNSOW nach Ende von LIFE BOVAR

Das Jahr 2026 bringt große Veränderungen für die Ökologische NABU-Station Oberes Wesertal mit sich. Ende März endet das langjährige Amphibienschutzprojekt LIFE BOVAR. Die Betreuung der BOVAR-Projektgebiete im Zuständigkeitsbereich der ÖNSOW wird zukünftig durch diese übernommen. Dafür wächst auch das Team der ÖNSOW: Mirjam Nadjafzadeh, zuvor Projektleitung bei LIFE BOVAR, wird die Leitung der Station übernehmen. Projektmitarbeiterin Natalie Dumdey ergänzt das Team der Station insbesondere mit ihren Kenntnissen rund um die LIFE BOVAR-Projektgebiete. Wir freuen uns auf die neuen Herausforderungen und die Arbeit mit unseren neuen Zielarten Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte und Kreuzkröte!

 

 

Ein herzlicher Dank geht an den ehrenamtlichen Vorstand des Fördervereins ÖNSOW e.V., unsere Kooperations- und Projektpartner:innen sowie an die Sparkasse Hameln-Weserbergland für die Unterstützung unserer Arbeit. Die Vor Ort-Betreuung von Schutzgebieten durch die Ökologische NABU-Station Oberes Wesertal wird durch das Land Niedersachsen gefördert.